Wahlresultate Sportlerinnen
 

1. Ariella Kaeslin, Kunstturnen
2. Lara Gut, Ski alpin
3. Simone Niggli-Luder,
    Orientierungslauf
4. Nicola Spirig, Triathlon
5. Dominique Gisin,
6. Fabienne Suter, Ski alpin
7. Pamela Weisshaupt, Ruder
8. Ramona Bachmann, Fussball
9. Sandra Frei, Snowboard
10. Virginie Faivre, Skiakrobatik


 

Sportlerin

Foto: Keystone
Ariella Kaeslin. 2008 eroberte Ariella Kaeslin die Gunst des Publikums, 2009 das EM- und WM-Podest. Sie ist die Powerfrau des Schweizer Sports. Nichts scheint ihr zu viel, wenn es darum geht, ihre Ziele im Leben zu erreichen. Wer es in einer dermassen trainingsintensiven Sportart wie Kunstturnen an die Weltspitze schafft und sich gleichzeitig Schritt für Schritt der Matura nähert, braucht eine gehörige Portion Selbstdisziplin. Ein Dickschädel schadet ebenfalls nicht.


Es sind Charakterzüge, die Ariella Kaeslin den Weg aufs Podest geebnet haben. 2009 gewann sie als erste Schweizer Kunstturnerin EM- und WM-Medaillen, insgesamt einen kompletten Satz: Gold am Sprung und Bronze im Mehrkampf an den Europameisterschaften in Mailand, Silber am Sprung an den Weltmeisterschaften in London.

Die jahrelange Knochenarbeit in der Magglinger Jubiläumshalle hätte nie zu solchen Erfolgen geführt, wenn Ariella Kaeslin nicht über eine fast unheimliche mentale Stärke verfügen würde. Je entscheidender der Moment, desto einfacher scheint es ihr zu gelingen, Topleistungen abzurufen. Dabei geht es bei ihren Vorstellungen um hochkomplexe Bewegungsabläufe, die so rasch vonstatten gehen, dass nur das geschulte Auge zu folgen vermag.

Seit dem 5. Platz an den Olympischen Spielen in Peking ist Ariella Kaeslin nach und nach zu einer öffentlichen Person und Sympathieträgerin über den Sport hinaus geworden. Das verdankt sie nicht nur der Tatsache, dass Attribute wie Beharrlichkeit und Bescheidenheit hierzulande gut ankommen, sondern auch ihrer gewinnenden Art. Sie spricht, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Was sie sagt, wirkt nicht aufgesetzt, sondern authentisch. Kein Wunder, ist Kaeslin auch als Werbeträgerin mehr und mehr gefragt.

Ob sich die nun schon zweifache Sportlerin des Jahres 2012 in London, im fortgeschrittenen Turnerinnen-Alter von 24 Jahren, auch noch den Traum von einer Olympia-Medaille erfüllen kann, wird sich weisen. Einen Platz in den Geschichtsbüchern des Schweizer Sports hat Ariella Kaeslin so oder so auf sicher.